Kirchspiel Tanna - Schilbach

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Predigt zum Kirchweihgottesdienst – 11.10.2020
1.Könige 8, 27-30

 

Salomo betet bei der Einweihung des Tempels: HERR, Gott Israels, es ist kein Gott weder oben im Himmel noch unten auf Erden, der dir gleich ist. Du hältst deinen Bund und bist barmherzig mit deinen Dienern, die vor dir wandeln von ganzem Herzen… Aber sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen - wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe? Höre dennoch das Gebet deines Dieners und vernimm meine Bitte, Herr, mein Gott. Höre die Gebete, die dein Diener heute an dich richtet. Tag und Nacht sollen deine Augen über diesem Haus wachen, denn du hast versprochen: >Hier soll mein Name wohnen.

 

Liebe Gemeinde!
Eine Oma erzählte mir vor Jahren mal eine sehr hübsche Begebenheit, die sie mit ihrem Enkel erlebt hatte. Er war 4 Jahre alt. Als sie auf einem Spaziergang durchs Dorf mit ihm an der Kirche vorbeikam, da fragte der Junge: “Oma, wer wohnt denn da?”  “Niemand wohnt da!” antwortete die Oma. Doch damit war er nicht zufrieden. “Da muss doch aber einer wohnen.” sagte er wieder. “Ich will da mal reingehen.” “Die Kirche ist jetzt aber zugeschlossen”, sagte die Oma. Aber sie musste ihrem Enkel versprechen, daß sie bald mal da rein gehen würden. Als dann der nächste Gottesdienst war, sagte: “Heute gehen wir in die Kirche!” Der Junge konnte vor Aufregung gar nicht Mittagschlaf machen.
Nach dem Gottesdienst, in dem der Junge nun so einiges über Gott gehört hatte, kam die Frage: “Wo ist denn nun der Gott?”   “Gott ist im Himmel”, sagte die Oma. Der Junge schaute nach oben:  “Oma, wo ist denn nun das Loch, wo der Gott durchkommt?”  Ja, wo ist das Loch, wo Gott durchkommt? Eine interessante Frage - und eine wichtige Frage! Und so mancher, vielleicht auch mancher von uns hat diese Frage schon gestellt, wenn auch mit anderen Worten.  
Gott, wo bist du denn nun?

Wir feiern heute "Kirchweih" – das heißt, wir erinnern uns daran, dass unsere Vorfahren einmal diese Kirche, dieses Gotteshaus gebaut und Gott geweiht haben, um hier zusammenzukommen und Gott zu begegnen, ihn anzubeten. "Gotteshaus" – heißt das, dass Gott hier wohnt? „Wie lieb sind mir deine Wohnungen…“ sagt der Psalmbeter. Und was bedeutet das dann?  Als vor etwa 3000 Jahren der König Salomo in Israel / Jerusalem den ersten Tempel einweihte, da übergab er ihn in einem Weihegebet an Gott. Wir haben vorhin einen kurzen Ausschnitt daraus gehört.  Salomo beginnt damit, dass er zuerst einmal in aller Klarheit anerkennt: GOTT allein ist HERR! Niemand im Himmel und auf Erden kann sich auch nur im Entferntesten mit diesem Gott vergleichen. Über IHM ist nichts und niemand. GOTT allein ist HERR!  Und ich bin sein Diener! Ihm bin ich verantwortlich für alle meine Entscheidungen.

Wie anders würde es doch aussehen, wenn Könige und Regierungen dieser Welt sich auch heute so klar als Diener Gottes – für die Menschen verstehen würden. Doch der Ehrlichkeit halber muss man auch erwähnen, dass Salomo in späteren Jahren leider die Wege Gottes auch sehr oft verlassen hat. Nun hat er also diesen Tempel ca. 955 v.Chr. in Jerusalem errichten lassen, im Orient sicher eines der beeindruckensten Bauwerke damals. Und doch weiß er: Dieser Gott, dessen Herrlichkeit aller Himmel Himmel nicht fassen können, ER braucht keinen Tempel, von Menschenhand gebaut, um darin zu wohnen, dieser GOTT lässt sich von Menschen nicht festlegen.  Kein Mensch kann Gottes Größe erfassen.

Und ich frage mich, wie die Engel im Himmel wohl manchmal lachen, wenn auf der Erde Menschen meinen, sie hätten nun das Gottesgen gefunden, das das Religiöse Bedürfnis des Menschen endlich erklärt. O, nein, Gott selbst hat in seiner Barmherzigkeit und Liebe diese Sehnsucht – dieses Gottesgen - tief in unserem Herzen verankert, damit wir ihn suchen und nach ihm fragen, weil das allein unser "Glück" ist.  Wenn wir also heute Kirchweih feiern, dann feiern wir vor allem, dass sich dieser Gott, trotz allem mitten unter uns finden lassen will und finden lässt, auch in diesem Haus, auch heute in unserem Gottesdienst. Und gerade darin zeigt sich seine Barmherzigkeit zu seinem Volk, zu uns allen, – dass er sich von uns finden lässt. Kein Mensch könnte Gott erkennen, wenn er sich nicht von ihm finden lassen würde. Ja, Gott ist ein Gott, der aufrichtige Gebete hört und erhört. Er sieht das Herz an. Das weiß auch Salomo. Deshalb betet er weiter: Höre dennoch das Gebet deines Dieners und vernimm meine Bitte, Herr, mein Gott. Höre die Gebete, die dein Diener heute an dich richtet. Tag und Nacht sollen deine Augen über diesem Haus wachen, denn du hast versprochen: >Hier soll mein Name wohnen.<  GOTT, Du hast es versprochen: "Hier soll mein Name wohnen!" Gott liebt es, wenn seine Kinder ihn beim Wort nehmen. Gott liebt es, wenn sie seinem Wort vertrauen. Gott liebt es, wenn sie ihn von ganzem Herzen suchen. >Hier soll mein Name wohnen.<  So hat Gott versprochen!  Hier, wo Menschen zusammen kommen, um mir zu begegnen, um meinem Wort zuzuhören, um meinen Willen zu erkennen, wo Menschen sich treffen, um mich zu loben und anzubeten, >Hier soll mein Name wohnen.<  Was ist denn sein Name? Wie heißt denn dieser Gott?  So fragten damals die Israeliten in der Sklaverei in Ägypten, als Mose ihnen sagte, dass dieser Gott sie in die Freiheit führen wolle. Und Gott hatte ihm gesagt: "Wenn sie dich das fragen, dann sage ihnen: "JAHWE – ich bin, der ich bin / ich bin da / ich bin da, wo ihr seid." Mit dem Namen Gottes ist es wie mit Gott selbst. Alle Versuche, ihn zu erklären, zu übersetzen – sind letztlich nur winzige Bruchstücke.  Wir können immer nur so viel von Gott erkennen, wie er uns erkennen lässt.
Aber um nochmal auf das Loch vom Anfang zurückzukommen…  "Wo ist denn das Loch, wo Gott durchkommt?"– hatte der kleine Knirps gefragt.  Das Loch, durch das Gott in diese Welt eingebrochen ist, entdecken wir in dem Stall von Bethlehem, in dem Kind in der Krippe, in dem Mann am Kreuz auf Golgatha, in JESUS. JESUS – das ist nicht irgendein Name – JESUS, der Name ist Gottes Programm.  Deshalb hatte Gott von Anfang an zu Maria und auch zu Josef gesagt: Du sollst ihm den Namen JESUS geben. Denn JESUS heißt "Gott rettet!"  Da ist Gott ganz Mensch geworden, einer von uns, da hat er sich klein gemacht, so klein, dass die meisten ihn übersehen haben. In Jesus hat sich Gott wie nie zuvor zu erkennen gegeben. Und wer JESUS sieht, der sieht auch Gott, den Vater. Denn "Ich und der Vater, wir sind eins!" hat Jesus gesagt.  "Höre uns im Himmel, wo du wohnst, und wenn du uns hörst, dann vergib uns unsere Schuld…" hatte Salomo 1000 Jahr vor Jesus gebetet. Und Gott hat sein Gebet viel gewaltiger erhört, als Salomo sich damals vorstellen konnte. Als er in Jesus in diese Welt kam, da kam er genau aus diesem Grund – um ein für alle Mal mit dem Problem unserer Schuld, unseres Versagens aufzuräumen. Jesus hat bezahlt für unsere Schuld – mit seinem Leben. "So sehr hat Gott diese Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben." (Joh. 3,16)  Das gilt – und jeder Mensch kann es empfangen, wenn er Gott beim Wort nimmt.     AMEN

Herrnhuter Losungen

Tageslosung von Samstag, 28. November 2020
Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Jesus spricht: Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. Denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.

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