Kirchspiel Tanna - Schilbach

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Predigt am 16. Sonntag nach Trinitatis (20.09.2020)

Text: 2. Timotheus 1, 7-10

Gott hat uns seinen Heiligen Geist gegeben. Und das ist kein Geist der Furcht, sondern ein Geist, der uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheiterfüllt. Schäme dich also nicht, dich in aller Öffentlichkeit zu unserem Herrn Jesus Christus zu bekennen. Halte auch weiter zu mir, obwohl ich jetzt für ihn im Gefängnis bin. Sei auch du bereit, für das Evangelium zu leiden. Gott wird dir die Kraft dazu geben. Er hat uns gerettet, und er selbst, der heilige Gott, hat uns zu seinem Dienst berufen. Nicht etwa, weil wir das verdient hätten, sondern aus Gnade, und weil dies von Anfang an Gottes Absicht war. Denn noch ehe diese Welt bestand, war es Gottes Plan, uns in seinem Sohn Jesus Christus seine erbarmende Liebe zu schenken. Das ist jetzt Wirklichkeit geworden, denn unser Retter Jesus Christus ist gekommen. Das ist das Evangelium: Er hat dem Tod die Macht genommen und das Leben - unvergänglich und ewig - ans Licht gebracht.

 

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Gemeinde!

Bei einem Pfarrer einer Freikircherief ein Mannan und fragte: »Was kostet es, wenn ich in ihrer Kirche Mit­glied werde? Ich habe gehört, dass manin bei ihnenkeine Kirchensteuer zahlen muss Der Pastor dachte kurz nach und antwortete schließlich: “Ja, das stimmt, aber bei uns kostet ihr Leben!”  Er hat nie wieder etwas von diesem Mann gehört.

Was kostet es mich denn nun wirklich, Christ zu sein?  Was darf es mich kosten, dass ich zu Jesus Christus gehören möchte? Jesus hat ja einmal sehr deutlich zu seinen Zuhörern gesagt:“Jeder Bauherr überschlägt vorher die Kosten...wenn ihr mir wirklich nachfolgen wollt, solltet ihr das auch tun, damit ihr dann nicht feststellen müßt, dass es euch eigentlich zu teuer ist.” Habt ihrdie Kosten des “Lebens als Christ” schon wirklich malüberschlagen. Nein, ich meine nicht die Kirchensteuer…  Manchmal habe ich absolut Verständnis dafür, dass Leute, die ja doch keine Beziehung zur Gemeinde haben und ihren Glauben auch nicht wirklich leben,- aus der Kirche austreten. Ab und zu fragt mich mal jemand, ob man nicht auch Christ sein kann, ohne Kirchenmitglied zu sein. Ich sage dann gerne: „Ja sicher kann man Christ sein, ohne offiziell zur Kirche gehören. Aber was bedeutet denn „Christsein“ für sie?  

Ja, was bedeutet „Christsein“ für uns?  Vielleicht sollten wir einmal wieder reflektieren, was uns unser Glaube wirklich wert ist.  Jesus hat es jedenfallsdeutlich angeraten, die Kosten der “Nachfolge” vorher zu überschlagen. Dieses Überschlagen der Kosten standwohl auch bei Timotheus im Raum, einem jungen, treuen Mitarbeiter, an den der Apostel Paulus diesen Brief gerichtet hat. Paulus schrieb diesen Brief aus dem Gefängnis. Hätte er nicht Timotheus lieber warnen sollen: »Lass die Finger davon! Halte dich zurück! Du siehst ja, wohin es führen kann, wenn man sich zu deutlich zu Jesus bekennt.«
30 Jahre haben wir in diesem Jahr die deutsche Einheit und längst ist vieles von damals in Vergessenheit geraten. Ich erinnere mich allerdings noch sehr genau an so manche Schikane, die junge Christen damals in der Schule und oft auch später am Arbeitsplatz erlebten, wenn sie sich konsequent zu ihrem Glauben an Jesus bekannten. Ich erinnere nur an die Aktion „Schwerter zu Pflugscharen“. Damals war ich gerade Jugendpfarrer in unserem Kirchenkreis. So manchem wurden in der Schule die Aufnäher von der Jacke gerissen.Einem Mädchen aus der Jungen Gemeinde riss der Direktor sogar das Kettchen mit dem Kreuz vom Hals. Aber viele ließensich nicht beirren, auch wenn sie immer wieder grosse Schwierigkeiten bekamen. Wie das hier in Tanna war, weiß ich nicht. Vielleichtging es manchen damals so ähnlich?
Daserleben Christen übrigens überall in der Welt. Sie werden belächelt, verspot­tet, abgelehnt oder um ihres Glaubens willen sogarverfolgt und auch getötet. Nur selten und spärlich wird in den normalen Medien über die aktuellen Christenverfolgungen in vielen Ländern berichtet. OpenDoors oder AVC sind Organisationen, die sich besonders um solche Christen in der Welt kümmern. Mir sagte mal ein Gemeindeglied: „Na wenn die doch wissen, dass es so gefährlich ist, über ihren Glauben zu reden, warum tun sie es dann?  Selber schuld!!“  Ja, warum tun sie es?? Paulus ist auch im Gefängnis, er warnt aber nicht, sondern ermutigt den Timotheus, seinen jungen Mitarbeiter.  Er fordert ihn heraus: er lädt ihn ein, alles für Jesus auf eine Karte zu setzen, sich seines Glaubens nicht zu schämen, auch dann nicht,wenn es gefährlich wird. Sicher, wenn man nur die Anfeindungen, die Bedrängnisse und Leiden im Blick hat, dann kann man schon den Mut verlieren. Aber es gibt – wenn ich mich auf Jesus einlasse - zum Glücknoch etwas viel Größeres zu entdecken: etwas, was nicht entmutigt, sondern was mir geradezu Mut macht, trotz allem meinganzes Leben für Jesus Christus zur Verfügung zu stellen. 
Lasst unsdie Möglichkeiten, die Gott dir schenkt, entdecken!

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Es gibt bei uns Menschen einen angeborenen »Geist der Vorsicht«, eine Art Schutzfunktion, die uns vor Gefahren zurückweichen lässt. “Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!” sagt man. “Vorsicht ist besser als Nachsicht!”  Bevor ich mir die Finger verbrenne, ziehe ich sie lieber vom offenen Feuer zurück. Und wenn es darum geht, dass man sich beim Glauben »die Finger verbrennen« kann?  Paulus sagt: Das ist nicht der »Geist der Vorsicht«, son­dern der »Geist der Furcht«, nicht der Geist der Zurückhaltung, sondern der Geist der Feigheit.
Gottes Geist ist anders! Er ist…
1. …ein Geist der Kraft.Natürlich werden auch Christen immer wieder kraftlos und schwach. Aber Gottes Geist der Kraft zeigt uns, dass wir einen Gott haben, der unbegrenzteKraft hat. Und er hilft uns, dass wir mit Gottes Kraft rechnen, auch wenn es noch so aussichtslos aussieht.  
“Alle Dinge sind möglich, dem, der glaubt! ”sagt Jesus dem verzweifelten Vater, der um das Leben seines Kindes bangt. (Markus 9, 33). Und in Lukas 18, 27“Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Selbst das ist möglich, wenn Gottes Geist wirkt und passiert immer wieder, dass Menschen, von denen wir's nie für möglich gehalten hätten, ja sogar solche, die voller Hass auf Christen sind - durch Gottes Geist von ihrem falschen Weg, von ihrer Sünde überführt werden, dass sie durch Jesus Vergebung ihrer Schuld erfahren, und durch Gottes Geist erneuert, zu Zeugen für den Herrn Jesus werden. So einer war Paulus übrigens selbst auch und er redet öfter über dieses Wunder der Umkehr in seinem Leben.

2. Gottes Geistein Geist der Liebe.Es ist der Geist Jesu Christi. Er macht uns ihm immer ähnlicher. Er hilft uns, niedergeschlagene Menschen aufzurichten, Verwundete zu heilen, die,
die sich verlaufen haben, freundlich und mit Liebeauf den Weg des Glaubens an Jesus zurück zu führen.

3. Es ist ein Geist der Besonnenheit.Ein Geist der Nüchternheit, der uns auch in verwirrten Verhältnissen den Durchblick schenkt - den Durchblick hin zu Gott. Er ist ein Geist, der uns in Auseinandersetzungen ruhig bleiben lässt und uns hilft, dass wir mit ande­ren - auch nach bitteren Verletzungen – wieder neu beginnen können. Selbst kaputteste Beziehungen kann Gott heil machen, wenn Menschen sich ganz auf ihn einlassen. Diesen Geist schenkt Gott jedem, der an ihn glaubt, der auf ihn vertraut.  

Entdecken wir doch die Möglichkeiten, die Gottes Geist uns schenkt - und leben wir mit Jesus Christus unser Leben jeden Tag.

...Wichtig ist: Wir gehören nicht zu Jesus, weil wir oder unsere Eltern uns haben taufen lassen, son­dern nur, weil Gott uns berufen hat – Jesus zu folgen. Und Jesus wartet, dass wir auf seinen Ruf antworten mit unserem  „Ja, ich will!“

Wenn wir zweifeln oder uns die Sorge plagt, ob wir es auch schaffen, ihm treu zu bleiben, dann ist das unser Trost: Er hat uns berufen.  Gott schenkt dir das (neue) Leben.

Wenn du dich noch nicht im Herzen entschieden hast, dann tu es heute. Gott wird dir durch seinen Geist - den Weg zum Ewigen Leben zeigen, und alles ans Licht bringen,was dich auch diesem Weg noch hindert.

Gehörst du schon zu Jesus dazu? Lebst duvon dieser Hoffnung? Hast du das Ziel deines Lebens schon gefunden?
Ich wünsche uns allen, dass wir die wunderbaren Möglichkeiten entdecken, die uns Gottes Heiliger Geist, der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit – für unser Leben mit Jesus schenken will.    AMEN

Herrnhuter Losungen

Tageslosung von Freitag, 27. November 2020
Herr, vor dir liegt all mein Sehnen, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.
Wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt.

Kurzandacht

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